Über uns
Wir sind engagierte Bürger aus dem Berliner Raum. Schülerinnen und Schüler, Studierende, Religionslehrer und -lehrerinnen, Freiberufler, politisch Engagierte und nicht zuletzt Mütter und Väter – unser Verein „Pro Reli e.V.” weist eine bunte Palette an Unterstützern auf. Uns eint bei aller Vielfalt die Überzeugung, dass ein tragendes Wertefundament für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist. In diesem Sinne haben wir „Pro Reli” als Aktionsplattform gegründet, um gerade im Bildungsbereich für eine fundierte Wertevermittlung einzutreten. Selbstverständlich kooperieren wir, bei unserem Anliegen so eng wie möglich mit den Religionsgemeinschaften, insbesondere den beiden großen Kirchen.
Was wollen wir?
Uns geht es um eine verbesserte Wertevermittlung an den Berliner Schulen. Wir begrüßen daher ausdrücklich die Einführung des Fachs Ethik als ordentliches Lehrfach. Gerade die dunkle Vergangenheit unseres Landes zeigt, wie wichtig die Reflexion über sittliche und moralische Wertvorstellungen für unsere Gesellschaft ist. Diese säkular-humanistische Reflexion ist jedoch nur die eine Seite einer fundierten Wertevermittlung. Die andere Seite ist ein dem Fach Ethik gleichgestellter Religionsunterricht.
Wir sind überzeugt davon, dass eine Wertevermittlung an der Schule, die allein auf Ethik setzt und damit einseitig die Grundüberzeugungen religionsferner Schichten widerspiegelt, Stückwerk bleibt. Wir treten für eine ethische und moralische Bildung ein, welche die Schülerinnen und Schüler in ihren unterschiedlichen Prägungen Ernst nimmt. Gleichgültig ob Christ, Jude, Moslem oder Atheist: Wir wollen die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer jeweiligen weltanschaulichen Grundüberzeugung ansprechen.
Ethisches Handeln und Toleranz gegenüber Andersdenkenden ist vor allem bei demjenigen zu finden, der sich seiner eigenen weltanschaulichen Grundüberzeugungen bewusst ist. Dadurch, dass er oder sie den Wert der eigenen Grundüberzeugung erkennt, wachsen auch der Respekt und die Toleranz vor den Grundüberzeugungen der jeweils Anderen. Oder wie der verstorbene Bundespräsident Rau sagte: “Wer nirgendwo zuhause ist, kann keine guten Nachbarn haben.”
In diesem Sinne fordern wir für die Wertevermittlung an der Schule eine wirkliche Wahlfreiheit. Jede Schülerin und jeder Schüler (bzw. die Eltern) soll – wie in den anderen Bundesländern auch – entsprechend den eigenen Grundüberzeugungen wählen dürfen, ob sie oder er lieber an Ethik teilnimmt, oder ob sie oder er alternativ den jeweiligen Religionsunterricht besucht.
Bei all dem ist für uns der interreligiöse Dialog besonders wichtig. Wir plädieren für einen Ethik- bzw. Religionsunterricht, der im Sinne von Toleranz und Dialog den Kindern Horizonte öffnet.


