Morgenpost: “Vielfalt plus Einheit”

vom 31. Mai 2009

BERLINER MORGENPOST

“Bibel und Babel sind wirkungsmächtige Mythen, Berlins einstige und heutige Wirklichkeit Teil der realen “Weltgeschichte der Stadt”. Deren Überschrift lautet: “Vielfalt”. Vielschichtig wie jede Stadt ist Berlin seit eh und je: gesellschaftlich, wirtschaftlich, kulturell, weltanschaulich, politisch oder religiös. Wer wegen “Pro Reli” die religiöse Spaltung, sprich: Vielfalt dieser Stadt entdeckt, versteckt (aus Unwissen?) die Geschichte der Stadt an sich und gerade dieser, unserer Stadt Berlin. Einige Beispiele seien genannt.

Ganz ohne Volksentscheid pro oder contra Reli hat “unser” Großer Kurfürst (1620-1688) im Jahre 1671 verfolgte Juden in Berlin “zugelassen”. Ebenso ab 1685 die von Frankreichs Ludwig XIV. faktisch vertriebenen Protestanten (”Hugenotten”). Dadurch schnupperten brave, biedere, bornierte Berliner und Brandenburger erstmals den “Duft der großen, weiten Welt”. Das bekam ihnen, ihrer Stadt und ihrem Land bestens. Berlins Aufstieg zur Weltstadt begann - durch und wegen ihrer Vielfalt. Ohne Vielfalt keine Kreativität. Ohne Kreativität keine Kultur und keine Kultur ohne Urbanität. Das ist sozusagen ein Gesetz der Menschheitsgeschichte. Für jede Stadt gilt: Wer die Einheit einer Stadt will, verwandelt sie in ein großes Dorf. Wer die Einheit Berlins will, verwandelt Berlin in Hintertupfing”
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Tagesspiegel: “Zum Diktat, bitte”

vom 29. Mai 2009

TAGESSPIEGEL

“Für Berliner Spezialbegriffe wie Pro Reli oder Hertha-Spiele musste zwar der Korrekturdialog beziehungsweise die Buchstabierhilfe aufgerufen werden, den Namen von Initiator Thoma Michel schrieb das Programm mit dem Drachen im Namen jedoch von Anfang an genauso korrekt wie die sonstigen Teile des Textes.”

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FR: “Ein Tag für den großen Katholiken”

vom 29. Mai 2009

FRANKFURTER RUNDSCHAU
“Er studierte den Marxismus ebenso wie die Evangelien, setzte sich in Gesellschaft und Politik für die Perspektive der weniger Begüterten ein: Der große katholische Publizist Walter Dirks. Sein Todestag, der sich am Samstag, 30. Mai, zum 19. Mal, jährt, ist Anlass für den Walter-Dirks-Tag im Haus am Dom. “Wie christlich darf Politik sein?”

Diese nicht zuletzt durch den Berliner Pro-Reli-Streit hochaktuelle Frage wird bei der diesjährigen Tagung beleuchtet. Am Todestag des großen Frankfurter Publizisten, der für einen weltoffenen, sozial sensiblen Katholizismus steht, versucht die Debatte zu bestimmen, wo die Grenze zwischen legitimer Schärfung des Gewissens und einer Klerikalisierung der Politik liegt. Der Tag im einst von Walter Dirks gegründeten Haus der Volksarbeit an der Eschenheimer Anlage 21 beginnt um 15 Uhr. Der Journalist Thomas Seiterich von der Zeitschrift Publik Forum richtet dann einleitend den Blick auf christliche Grundsätze und säkulare Politik bei Walter Dirks.”

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Welt: “Kirchentag? Da gehen ja ganz normale Leute hin!”

vom 24. Mai 2009

DIE WELT

“Rund um den Pro-Reli-Streit in Berlin hat mancher ja behauptet, dass man religiös sein müsse, um ein ordentlicher Bürger zu sein. Das ist natürlich Unsinn, empirisch wie philosophisch. Beim Kirchentag in Bremen aber lässt sich ein anderer Zusammenhang zwischen Glauben und Bürgerlichkeit erkennen.

Religiosität nämlich, zumal in der evangelischen Konfession einer aufgeklärten und weltoffenen Kirche, trägt viel dazu bei, dass Bürger tatsächlich sehr freundliche, engagierte und wache Zeitgenossen werden. Am ersten Abend des Kirchentages jedenfalls verschafften die Christen der Stadt Bremen eine pulsierende und brodelnde Atmosphäre, wie es sie dort nicht alle Tage gibt. Und bei den Eröffnungsgottesdiensten, zumal bei den Reaktionen auf die Grußworte der politischen Prominenz, wurde ein großes Maß an politischem Bewusstsein und Interesse deutlich.

Weit mehr als nur freundlichen Beifall erhielt Bundespräsident Horst Köhler, als er zu den „lieben Schwestern und Brüdern“ sagte: „Ja, wir wollen Veränderung. Wir wollen, dass mehr Gerechtigkeit in die Welt kommt. Wir wollen aufhören, auf Kosten anderer zu leben.“

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epd: “Bischof Huber will mehr Kooperation von Religions- und Ethikunterricht”

vom 24. Mai 2009

EVANGELISCHER PRESSEDIENST

Nach dem gescheiterten Volksentscheid zur Gleichstellung von Religions- und Ethikunterricht an den Berliner Schulen dringt die evangelische Kirche auf eine stärkere Zusammenarbeit zwischen beiden Fächern. Die Bedingungen dafür müssten verbessert werden, forderte Bischof Wolfgang Huber bei der Frühjahrstagung der Landessynode am 15. Mai in Berlin.Die evangelische Kirche sei zu einer Zusammenarbeit “unter fairen Bedingungen” auch “über das bisher erreichte Maß hinaus bereit”, betonte er. Zudem müsse sie ihr Möglichstes tun, um das in Berlin freiwillige Fach Religion zu stärken. Dazu “werden wir an der Qualität und dem einladenden Charakter des Religionsunterrichts arbeiten”.

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