Abendblatt: „Pro Reli setzt sich weiter für Religionsunterricht ein”
vom 3. November 2009
HAMBURGER ABENDBLATT
“Die Berliner Initiative „Pro Reli“ engagiert sich weiter für den Religionsunterricht. Mit einer neuen Broschüre will sie vor allem die Eltern von Vorschulkindern über die Unterrichtsangebote der Religionsgemeinschaften und den Lebenskundeunterricht des Humanistischen Verbands an den staatlichen Grundschulen aufklären, wie die Initiative am Dienstag erklärte. Anlass ist die in dieser Woche beginnende Anmeldefrist für das kommende Schuljahr 2010/2011.”
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Newsletter vom 27. April 2009
vom 28. April 2009
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitstreiter,
eine lange und anstrengende Kampagne liegt hinter uns. Bei vielen wird sich eine Mischung aus Erschöpfung und Enttäuschung breit machen. Dies ist mehr als nur verständlich.
Dennoch war all das, was wir geleistet haben, nicht vergebens:
· Berlin hat zum ersten Mal in seiner Geschichte überhaupt eine interessante und hitzige Debatte über Religion und die Stellung der Religionsgemeinschaften in der Gesellschaft gehabt. Dies alleine war schon viel Wert.
· Wir haben Gemeinsamkeiten entdeckt, wo wir bisher überwiegend Unterschiede wahrnahmen. Die Art, wie Katholiken und Protestanten gemeinsam gewirkt haben, häufig unterstützt auch von jüdischen und muslimischen Mitbürgern, hat Verbindendes geschaffen. Ich hoffe, dass uns dies bleibt.
· Schließlich haben in der Kampagne viele von uns einfach sich bekannt, Zeugnis gegeben. Auch dies war für viele eine gute Erfahrung.
Mit dem Ergebnis des Volksentscheids kann wohl keiner wirklich glücklich sein. Es zeigt in erschreckender Weise, wie sehr noch immer ein Riss durch unsere Stadt geht. Im Westteil der Stadt haben fast 2/3 aller an der Abstimmung teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger mit „Ja“ gestimmt, im Ostteil ist das Verhältnis umgekehrt. Wir alle bleiben aufgefordert, hierüber nachzudenken. Insbesondere gilt dies für den Senat. Ein Modell durchdrücken zu wollen, das einseitig nur in einer der beiden Hälften der Stadt akzeptiert wird, kann kein Beitrag zur Verständigung und Versöhnung sein. Daher bleibt als Botschaft des gestrigen Tages: Lasst uns zusammensetzen und über eine Stärkung des Religionsunterrichts und gleichzeitig eine engere Kooperation mit dem nun fortbestehenden Ethikunterricht anstreben. Dies ist das Gebot der Stunde. Das haben wir übrigens in jeder Phase des Verfahrens angeboten. Nur der Senat wollte nicht mit uns und den Kirchen reden.
Ich habe bei der gestrigen Abschlussveranstaltung angekündigt, dass der gestrige Tag kein Ende, sondern ein neuer Anfang ist. Hierbei bleibt es. Wir werden uns weiterhin für einen guten Religionsunterricht einsetzen. Wir werden werben dafür, dass Kinder auch weiterhin am Religionsunterricht teilnehmen und über das Angebot an den Schulen aufklären. Wir werden dabei nach Kräften auch den Kontakt zu den islamischen Gemeinschaften aufrechterhalten. Und wir sollten alle gemeinsam darüber nachdenken, wie wir mit unseren Mitmenschen stärker in das Gespräch über die Frage nach Gott und unsere Antworten dazu kommen.
An dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen, all denen zu danken, die die Kampagne erst möglich gemacht haben. Ihr unermüdlicher Einsatz war es, der uns diese interessante Debatte geschenkt hat. Sie ist noch nicht wirklich zu Ende.
Gleichzeitig möchte ich alle, die uns unterstützt haben, zum Dankgottesdienst einladen. Dieser findet statt am morgigen Dienstag, den 28. April 2009, in der Evangelischen Zwölf Apostel Kirche in Schöneberg, um 18:30 Uhr. An dem Gottesdienst werden Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky und Bischof Dr. Wolfgang Huber teilnehmen. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele von Ihnen die Gelegenheit zur Teilnahme an diesem Gottesdienst hätten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Christoph Lehmann
- Vorsitzender Pro Reli e.V. -


